02.10.2009 | Buch

Das Ende der Welt, wie wir sie kannten (© Thomas S - Pixelio)

Das Ende der Welt, wie wir sie kannten

In ihrem neuen Buch zeigen Claus Leggewie und Harald Welzer, welche Auswirkungen voranschreitender Klimawandel, Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum und der damit einhergehende Kulturwandel für die westlichen Demokratien haben.

Foto: © Thomas S / PIXELIO

Von Magdalena Schaeffer, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

„Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie“. So heißt das neue Buch des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie und des Sozialpsychologen Harald Welzer. Sie plädieren dafür, das auf Wachstum basierende westliche Erfolgsmodell zu überdenken, um die Demokratien des Westens zukunftsfähig zu machen.

Im Hintergrund der Welt, wie wir sie kannten, türmen sich seit Jahrzehnten Megakrisen auf, die wir nur deshalb ignorieren können, weil unsere komfortablen Lebensumstände die Illusion befördern, alles werde schon irgendwie gut ausgehen. Aber der Klimawandel, die schwindenden Energieressourcen, die Verschmutzung der Umwelt, die Ernährungskrisen und das Bevölkerungswachstum zeigen die Endlichkeit unserer Kultur und unseres Lebensstils an. Hier befindet sich ein System an seiner Funktionsgrenze, und die Finanzkrise zeigt es in aller Deutlichkeit: In dem Augenblick, in dem die westliche Wirtschaftsform ihren weltweiten Siegeszug vollendet, kollabiert sie, denn die globalisierte Welt ist eine Insel. Sie hat kein Außen, aus dem sie Treibstoff für ihr Wachstum beziehen könnte. Sind die Demokratien des Westens in der Lage, sich so zu modernisieren, dass sie zukunftsfähig werden? Ist es möglich, das erreichte Niveau dafür zu nutzen, eine Form des Wirtschaftens und Lebens zu entwickeln, die nicht auf Wachstum, sondern auf Gerechtigkeit und Lebensqualität setzt? Erst das Ende der Illusion, dass unser Erfolgsmodell auch unter den Bedingungen einer globalisierten Welt funktioniert, bietet Chancen auf eine Zukunft der Demokratie.

Über die Autoren…

Claus Leggewie, Professor für Politikwissenschaft und Direktor des KWI, an dem er den Forschungsschwerpunkt KlimaKultur ins Leben rief. Von 1995 bis 1997 war er erster Inhaber des Max Weber-Chair an der New York University; er bekleidete Gastprofessuren an der Université Paris-Nanterre und am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und war 1999 bis 2000 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Harald Welzer, Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) und Leiter des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur am KWI sowie Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Zuletzt erschien im S. Fischer Verlag sein Buch „Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“.

Das Buch

Claus Leggewie, Harald Welzer, Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie, Frankfurt a. Main: S. Fischer Verlag, September 2009. 278 Seiten, 19,95 Euro.

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