12.10.2009 | Rebecca Horn – Retrospektive in Tokyo

Flucht aus der Zwangsjacke

Am 30. Oktober 2009 eröffnet im Museum of Contemporary Art Tokyo (MOT) die erste umfassende Ausstellung über Rebecca Horns Gesamtwerk.

Von Miriam Kahrmann, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Stuttgart

Die Ausstellung in Tokyo, die das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Kooperation mit dem Museum of Contemporary Art Tokyo und dem Goethe-Institut Tokyo entwickelt hat, zeigt einen Überblick über Rebecca Horns Werk, das durch die Verwendung der unterschiedlichsten Darstellungsformen beeindruckt: Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Kinetik, Fotografie, Performance, Aktion, Video sowie Film und Text sind in ihren Werken zu finden.

Rebecca Horn beobachtet die Welt und hält ihr und den Menschen in poetischer Form einen Spiegel vor, indem sie eine scheinbar künstliche Welt erschafft. Der Differenz zwischen Innen- und Außenwelt begegnet der Betrachter in ihrem Werk immer wieder. So auch in „Time Goes By“, der zentralen Arbeit aus dem ifa-Kunstbestand, nach dem 1990 gedrehten Film „Buster’s Bedroom“. Schon 1983 formuliert Rebecca Horn, was sie dann im Film umsetzt: „Flucht aus der Zwangsjacke: dem endlosen Rhythmus der menschlichen Verordnungen entfliehen, die Tag- und Nachtrhythmen stören, umkehren. Gefangen sein, die Freiheit des Körpers missbraucht wissen, die Qualen, auf der Stelle gebunden zu sein.“ Um dies aushalten zu können, braucht man die Kunst.

Die 1944 geborene Rebecca Horn gilt als eine der vielseitigsten und kreativsten Künstlerinnen Deutschlands. Von 1989-2009 hatte sie eine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin inne. Die mehrmalige documenta-Teilnehmerin – 1972 zum ersten Mal in Kassel vertreten – ist international bekannt und angesehen. Die internationale Bedeutung ihres Werkes und Rebecca Horns Einfluss auf jüngere Künstlerinnen und Künstler bestätigen, dass ihr Werk eine ganz besondere Wirkung auf Menschen hat, diese tief berührt und einen Dialog anstößt.

Seit 1995 arbeitet das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit Rebecca Horn zusammen und bietet seit 10 Jahren internationalen Museen die Möglichkeit, Werke von Rebecca Horn aus dem Kunstbestand des ifa mit Leihgaben der Künstlerin zu einer Ausstellung zusammenzuführen.

Die Ausstellung

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Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen.

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