14.02.2007 | Hochschulinitiativen

Nachhaltigkeit an der Universität Duisburg-Essen

Die Initiative für Nachhaltigkeit der Universität Duisburg-Essen bietet Studenten, Dozenten und der interessierten Öffentlichkeit eine Plattform sowie eine Vortragsreihe zum Thema Nachhaltigkeit.

Von Julia Becker, Sarah Lubjuhn und Maria Schnurr, Essen

Die Initiative für Nachhaltigkeit hat sich zusammengeschlossen, um Studierenden, DozentInnen sowie der interessierten Öffentlichkeit das facettenreiche Leitbild der Nachhaltigkeit näher zu bringen. Gegründet im April 2005 von Sarah Lubjuhn und Maria Schnurr, Studentinnen der Kommunikations- und Sozialwissenschaft, die die Initiative bis heute koordinieren, bestand der erste Schritt in die Öffentlichkeit in der Entwicklung einer interdisziplinären Vortragsreihe, die nach wie vor das Herzstück der Initiative bildet. Die Initiative für Nachhaltigkeit verfolgt zwei Ziele: 1.) die Verbreitung der Thematik unter Studierenden, Dozenten sowie der Öffentlichkeit im Ruhrgebiet und 2.) die Verankerung der Thematik Nachhaltigkeit in der universitären Forschung und Lehre.

Die erste Vortragsreihe „Heute so wie morgen?! Nachhaltigkeit und Lebensqualität“ im Wintersemester 2005/06 beinhaltete fünf Vorträge zu verschiedenen Themen. Sarah Lubjuhn und Maria Schnurr organisierten alles in Eigenregie: Sie luden Referenten ein, erstellten eine eigene Homepage, wählten partizipative Arbeitsmethoden aus, kümmerten sich um die organisatorischen Strukturen, übernahmen die Moderation der Veranstaltung und machten Werbung auf allen ihnen bekannten Kanälen innerhalb und außerhalb der Universität Duisburg-Essen. Es gelang ihnen, einen Sponsor zu finden – die Heinrich-Heine-Buchhandlung Essen, die seitdem die Vortragreihen mit einem thematisch passenden Büchertisch begleitet.

Eröffnet wurde die Vortragsreihe von Impulsreferaten und anschließenden Gruppendiskussionen über das Thema „Nachhaltige Entwicklung – Was bedeutet das für uns und die Universität?“ Ziel war es, über neue „nachhaltige“ Formate der Veranstaltungen – etwas mit Kleingruppendiskussionen – jeden Einzelnen aktiv anzusprechen und ihn zur Reflexion über nachhaltige Themen zu motivieren. Für die weiteren Veranstaltungen konnten als Referent u. a. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, gewonnen werden, der sein Buch „Weltmacht Energie“ vorstellte. Beispiele aus der Praxis zur schwierigen strategischen Verankerung von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in Unternehmen brachten Elisabeth Weyermann von The Body Shop sowie Gerald Breyer von der RAG AG. Einen Einblick in die Verbindung zur universitären Lehre und Forschung lieferten Prof. Dr. Barbara Mettler-v.Meibom zum Thema „Technikethik und Nachhaltigkeit“ sowie Dr. Christa Henze zum Thema „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, beide Dozentinnen der Universität Duisburg-Essen.

Begleitet wurde die Vortragsreihe von Initiativkreistreffen im 14-tägigen Rhythmus. Interessenten konnten hier sowohl über die Vortragsreihe und deren Inhalte an sich als auch über die nachhaltige Entwicklung an der Universität Duisburg-Essen im Allgemeinen diskutieren.

Parallel zur Vortragsreihe begannen Sarah Lubjuhn und Maria Schnurr Kontakt mit Entscheidungsträgern innerhalb der Universität aufzunehmen, gemäß des zweiten Ziels der Initiative „Verankerung der Thematik Nachhaltigkeit in universitärer Forschung und Lehre“. Prorektor Prof. Wolfgang Rueß, der von Anfang an die Schirmherrschaft übernommen hatte, setzte sich in Rektorat und Senat für das Anliegen der Initiative ein. Dies führte Ende 2005 im Rektorat zu dem Beschluss, die Thematik Nachhaltigkeit in den neuen Bachelor-/Master-Studiengängen zu verankern. Dazu wird seit Februar 2006 mit einer Steuerungsgruppe eine Bestandsaufnahme der derzeitig vorhandenen nachhaltigen Aktivitäten und Akteure an der Universität durchgeführt. Darüber hinaus befinden sich eine Ringvorlesung zur Thematik Nachhaltigkeit sowie Forschungskooperationen in der Entwicklungsphase.

Ein besonderes Highlight des Jahres 2006 war die Auszeichnung im Wettbewerbs „Essens Beste“. Im Frühjahr 2006 bewarb sich die Initiative für den Wettbewerb „Essens Beste“, der junge Essener für besonderes Engagement für die Gemeinschaft, Zivilcourage oder persönliche Höchstleistungen auszeichnet. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Essen wurden in sieben Kategorien im März 2006 die Gewinner verkündet: Die Initiative für Nachhaltigkeit siegte in der Kategorie „Innovation“ und konnte in einer feierlichen Veranstaltung den mit 5.000 € dotierten Preis „Essens Beste 2005“ entgegennehmen.

Durch die Vortragsreihe auf die Initiative aufmerksam geworden, schlossen sich im Winter 2005 / 2006 weitere Studierende aus verschiedenen Studiengängen der Initiative an, die voller Elan und mit guten Ideen die Aktivitäten für das Sommersemester 2006 mitplanten. Ziel der Vortragreihe „Höher, schneller, weiter? Lebenswelten nachhaltig gestalten“ war es, den Besuchern jeweils einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Rolle Nachhaltigkeit für die verschiedenen Lebensbereichen wie Wirtschaft, Kunst, Konsum oder Design spielen kann. Die Vielfalt der Vortragthemen trug dazu bei, dass die Vorträge von einem sehr gemischten Publikum mit unterschiedlichem Vorwissen über das Leitbild Nachhaltigkeit besucht wurden. StudentInnen und DozentInnen aus verschiedenen Fachbereichen waren anzutreffen wie auch Personen, denen die Thematik Nachhaltigkeit eine berufliche Perspektive bietet sowie die interessierte Öffentlichkeit. Die Vorträge waren für alle Zuschauer lehrreich und interessant, regten zu Diskussionen an und luden ein, das Thema Nachhaltigkeit zu hinterfragen sowie Aspekte aktiv in das eigene Lebensumfeld zu übertragen.
Neben der Vortragreihe begann im Sommersemester 2006 auch eine inhaltliche Ausrichtung des Leitbilds der Initiative. Sie legte eine eigene Definition des Begriffs Nachhaltigkeit fest und stellte damit ihr Verständnis der Gesamtthematik heraus: „Nachhaltigkeit hat das Ziel, durch verantwortungsvolles Handeln in den Bereichen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft für jetzige und zukünftige Generationen Lebensqualität zu schaffen.“

Um die Vortragreihe und Aktionen gezielter zu planen, wurden Zielgruppen festgelegt, die die Initiative mit ihren Aktivitäten ansprechen möchte:

  1. Studierende der Universität Duisburg-Essen
  2. „potentielle“ Studierende (d. h. SchülerInnen) und generell junge Menschen aus der Umgebung Duisburg-Essen bzw. Ruhrgebiet
  3. Zivilgesellschaft in Duisburg-Essen und Umgebung

Um unter Studierenden ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und diese auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen, präsentierte sich die Initiative für Nachhaltigkeit im Rahmen des jährlichen Dies Academicus 2006 mit einem Stand auf dem Campus Essen. Mit einem Quiz zum Thema Nachhaltigkeit konnten Studierende und andere Besucher des Dies Academicus ihr Wissen testen. Unter allen Teilnehmern wurden zwei Exemplare des Klimaspiels „Winds of Change“ verlost. Die Lösung des Quiz sowie eine Auswertung der abgegebenen Antworten wurden allen Teilnehmern zugesandt. Außerdem wurde am Stand Apfelsaft von regionalen Apfelwiesen ausgeschenkt, und der Büchertisch der Heinrich-Heine-Buchhanglung lud zum Stöbern ein. Bei sonnigem Wetter kam es zu vielen interessanten Begegnungen und Gesprächen zum Thema Nachhaltigkeit.

Im Laufe des Sommersemesters 2006/2007 schlossen sich weitere interessierte Studierende der Initiative an, was den Beteiligten erlaubte, Aufgaben untereinander aufzuteilen und so beispielsweise eine Pressesprecherin zu ernennen, die für die Erstellung und den Versand von Pressemitteilungen verantwortlich ist. Weiterhin gelang es durch gezielte Akquisition die Sparda-Bank West e. G. als langfristigen Sponsor zu gewinnen.

Im September 2006 fand in Lüneburg die Konferenz „Meeting the Future“ des Doktorandennetzwerks Nachhaltiges Wirtschaften DNW statt, an der vier Mitglieder der Initiative teilnahmen. Die Initiative erhielt sehr viel Anerkennung und es kam zu interessanten und fruchtbaren Gesprächen, die wichtige Netzwerkkontakte nach sich zogen.

Die Vortragsreihe im Wintersemester 2006/2007 betonte den internationalen Aspekt der Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Forum Essen entstanden abwechslungsreiche Vorträge zu den acht Milleniumszielen der Vereinten Nationen. Eingebunden war die Vortragreihe in die Milleniumsziele-Kampagne des Eine-Welt-Forums, so dass zahlreiche Veranstaltungen in Essen die Vortragsreihe thematisch ergänzten und die Essener Mitbürger dazu einluden, sich aktiv mit den acht Zielen auseinanderzusetzen. Durch die Zusammenarbeit gelang es, ein größeres regionales Publikum auch außerhalb der Universität anzusprechen. Parallel zu der Vortragsreihe organisierte die Initiative interne Diskussionen zu den Millennium Development Goals .Im November 2006 erfolgte schließlich die Anerkennung als eingetragene Hochschulvereinigung an der Universität Duisburg Essen.

Für das Sommersemester 2007 sind Vorträge zur praktischen Umsetzung der Nachhaltigkeit z. B. in den Bereichen Ernährung, Verkehr, Konsum im Alltag geplant. Weiterhin wurde ein Logowettbewerb unter den Studierenden der Uni Duisburg-Essen ausgeschrieben, um der Initiative für Nachhaltigkeit ein neues Corporate Design zu geben. Außerdem soll den Zielgruppen in naher Zukunft eine Sprechstunde angeboten werden, um einen persönlichen Dialog zu fördern. Das langfristige Ziel ist es, sich immer weiter als zentraler Ansprechpartner in Sachen Nachhaltigkeit sowohl für Studierende als auch für die Leitungsebene an der Universität Duisburg-Essen zu etablieren und beispielsweise Studierenden Hilfe bei der Vermittlung von Praktikumsstellen oder Diplom- und Magisterarbeiten im Bereich Nachhaltigkeit zu bieten.

Darüber hinaus wird die Initiative für Nachhaltigkeit in Zukunft verstärkt inhaltlich arbeiten mit dem Ziel, an Forschungsprojekten teilzuhaben sowie eine verstärkte Netzwerkarbeit mit Stakeholdern aus dem Forschungsfeld nachhaltige Entwicklung (u. a. Wuppertal Institut, Zentrum für Logistik, Universität Duisburg-Essen) zu fördern.

© Initiative für Nachhaltigkeit der Universität Duisburg-Essen, 06.02.2007

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Ein Kommentar

  1. Brysen ()

    Yup, that’ll do it. You have my apperciaiton.

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