14.08.2009 | Evolution als Filmstar

Foto: Screenshot aus dem Film

Piccolina, das kleine, animierte Wassermolekül

Evolution - dieses Wort ist im 200. Geburtsjahr des Naturforschers Charles Darwin in vieler Munde. Ob auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch oder Polnisch: In vielen Sprachen wird es nahezu gleich gesprochen. Aber wird von den Jugendlichen auf der Welt auch richtig verstanden, was es bedeutet? Speziell diese Zielgruppe will ein junges Wissenschaftlerinnen- und Filmemacherteam aus München und Poitiers in Frankreich erreichen.

Foto: © Yannick Mahé, Gilles Macagno, Pilou Arbogast

Von Christian Jung, VolkswagenStiftung

Künstlerische Internetplattform mit Kurzfilmen „Evolution of life ist eine ansprechende und sehr kunstvolle Internetplattform zur Wissensvermittlung geworden“, freut sich Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. Drei Kurzfilme wurden bisher in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch fertig gestellt, sind online auf YouTube und in anderen Webportalen zu finden: der zehnminütige Zeichentrickfilm „Darwin auf den Spuren der Evolution“, der Animationsfilm „Wasser – Ursprung des Lebens“ (acht Minuten) und der zehnminütige Dokumentarfilm „Ein evolutionäres Wettrüsten“. Weitere Videos folgen noch, zudem werden bis Ende des Jahres begleitend interaktive Simulationen und Zusatzmaterialien für den Schulunterricht bereitgestellt und bis Frühjahr 2010 vervollständigt. Pennings erklärt: „Wir möchten Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 16 Jahren die Lehre der Evolutionstheorie auf verständliche und witzige Weise näher bringen – dabei vor allem wissenschaftlich korrekt. Für diese Altersgruppe erschien uns das Medium Internet am besten geeignet.“ Bereits 71 Prozent der Grundschüler nutzen das Internet, wenn im Elternhaus ein Anschluss vorhanden ist, bestätigt die im Juli veröffentlichte BITKOM-Studie. Von den 11- bis 14-Jährigen sind es 93 Prozent, bei den 15- bis 17-Jährigen sogar 99 Prozent. Soziale Netzwerke und interaktive Dienste wie YouTube sind besonders beliebt bei den jungen Internetsurfern.

Trickfilm „Darwin auf den Spuren der Evolution“ und Animationsfilm „Wasser – Ursprung des Lebens“

Der Trickfilm „Darwin auf den Spuren der Evolution“ nimmt große und kleine Zuschauer mit auf die Reisen des jungen Darwin. Damals wusste jener noch nicht, dass seine jahrelangen Sammlungen und Beobachtungen auf fremden Kontinenten der Beginn des aufsehenerregenden wissenschaftlichen Durchbruchs über das Entstehen und Verschwinden der Arten durch natürliche Selektion sind. Hauptdarstellerin im Animationsfilm „Wasser – Ursprung des Lebens“ ist Piccolina, das kleine Wassermolekül. Sie erzählt, wie alles begann, vor rund vier Milliarden Jahren, als abertausende Asteroide wie wild im Universum kreisten und sich allmählich zu Planeten zusammenschlossen. Piccolina landet als Bestandteil eines kosmischen Eisklumpens auf der Erde. Dieser Film ist eine Ko-Produktion zwischen CNDP und der französischen Forschungsorganisation CNRS.

Beide Filme reisen zurzeit um die Welt. Nachdem sie im Juli beim Wissenschaftsfestival Paris-Montagne gezeigt wurden, sind sie nun vom 15. bis 23. August in Australien zu sehen bei der offiziellen Filmauswahl von SCINEMA, dem Festival für wissenschaftlichen Film, Video und Multimedia; außerdem im Jugendprogramm des internationalen Wissenschaftsfilmfestivals Pariscience vom 7. bis 11. Oktober in Paris, Frankreich, und bei dem vom Goethe-Institut initiierten Wissenschaftsfilmfestival vom 16. bis 27. November in Thailand. Der Film über die Entstehung des Lebens mit Piccolina in der Hauptrolle wird auch beim Animationsfilm Festival vom 24. bis 28. Oktober in Bourg en Bresse, Frankreich, gezeigt.

Dokumentarfilm „Ein evolutionäres Wettrüsten“ in Museen

Der Dokumentarfilm „Ein evolutionäres Wettrüsten“ über den Klau der Beute von asiatischen Wanderameisen durch Spinnen, Käfer und Schnecken kommt spannender daher als jedes Drei-Fragezeichen-Hörspiel. Der wissenschaftliche Krimi um Duftstoff-Betrug und Flucht ist wie die beiden Trickfilme Bestandteil verschiedener Ausstellungen und Veranstaltungen – so sind alle drei zum Beispiel noch bis zum 25. Oktober in der Ausstellung Les sciences de l’évolution im französischen Poitiers zu sehen.
Im Herbst begleitet der Darwin-Trickfilm die Darwin-Ausstellung in Lyon, Frankreich, und von Oktober bis Februar 2010 eine Ausstellung im Muséum national d’histoire naturelle im französischen Rouen. Der Piccolina-Film läuft dauerhaft im Aquazoo im Düsseldorfer Löbbecke Museum. Beide sind in der Pôle international de la Préhistoire in der französischen Dordogne zu sehen.

Unterrichtsmaterial für Lehrer kommt – Evaluation folgt

Als Unterstützung für Lehrerinnen und Lehrer der sechsten bis neunten Klassen wird derzeit eine Reihe von Lehrsimulationen erarbeitet, die es Schülern ermöglichen sollen, wie Wissenschaftler zu experimentieren. An der Universität Münster entwickeln der Biologiedidaktiker Marcus Hammann und sein Team das ergänzende Lehrmaterial für die Filme. Hammann forscht darüber, wie naturwissenschaftliche Bildung bei Schülerinnen und Schülern besser funktionieren kann. Das neue Material soll Lehrern helfen, eigene Unterrichtseinheiten zu den Videos, Animationen und Simulationen zu konzipieren. Nach der Erprobung der Lehrmaterialien folgt dann auch deren Evaluation. So werde sichergestellt, dass diese das Wissen der Schüler über Darwin und über evolutionäre Prinzipien im Alltag verbesserten, erläutert Pennings. Die begleitende Entwicklung der Unterrichtsmaterialien wird von der Stiftung mit ebenfalls 100.000 Euro gefördert.

Pleuni Pennings, Evolutionsbiologin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und die Biologin und Filmemacherin Yannick Mahé vom französischen Centre National de Documentation Pédagogique (CNDP) produzieren in diesem Jahr mehrere kurze Videos und Zeichentrickfilme über Evolution, die sie über Internet (YouTube), Museen und Festivals verbreiten. Die Filme zeigen evolutive Themen in einer überraschenden und lustigen Weise. Das multimediale, internationale Projekt „Evolution of life“ war einer der zwölf Gewinner des Ideenwettbewerbs „Evolution heute“ der VolkswagenStiftung und wird mit 100.000 Euro gefördert.

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