23.02.2010 | Arzneimittel in der Umwelt

Die nachhaltige Apotheke

Arzneimittel sind zumindest in Spuren weit verbreitet in der Umwelt nachweisbar und werden bei der Abwasserbehandlung nur unvollständig entfernt - falls eine Abwasserbehandlung überhaupt stattfindet.

Von Franz-Georg Elpers (DBU), Osnabrück

Weltweit gelangen rund 90 Prozent der Abwässer ungeklärt oder nicht ausreichend gereinigt in die Gewässer – und damit auch eine Reihe von Medikamenten. Als Folge konnten bei Tieren Fortpflanzung- und Entwicklungsstörungen nachgewiesen werden, zum Beispiel die „Verweiblichung“ von Fischen durch Wirkstoffe aus hormonellen Verhütungsmitteln. Einzelne Wirkstoffe können sogar die Trinkwasseraufbereitung passieren und sind im Trinkwasser nachweisbar.

Eine nachhaltige Pharmazie betrachtet nicht nur die medizinische Wirkung, sondern auch den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über die Entwicklung und Herstellung bis hin zur Verschreibung, dem Gebrauch, der Entsorgung und dem Verbleib in der Umwelt.

Wie kann die Pharmazie nachhaltiger gemacht werden? Welche Innovationen etwa in der Entwicklung umweltfreundlicher Wirkstoffe zeichnen sich ab? Aktuelle Fragestellungen und Beispiele wurden während der englischsprachigen, international hochkarätig besetzten Fachtagung „2nd International Conference on Sustainable Pharmacy. Incentives and Perspectives“ am 22. und 23. Februar 2010 im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück vorgestellt und diskutiert. Sie wandte sich an Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus der Chemie und Pharmazie bzw. der chemischen und pharmazeutischen Industrie und an Experten des Gesundheitswesens und aus Fachbehörden.

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