26.03.2010 | EcoTopTen

Auf der Suche nach (echtem) Ökostrom

"Schmutziger" Strom wird in Deutschland massenhaft zu Ökostrom umetikettiert. Der Schwindel hat einen Namen: RECS-Zertifikate. Das Freiburger Öko-Institut hat deshalb eine Liste von echten Ökostrom-Anbietern veröffentlicht, die nach strengen Kriterien geprüft wurden. Für die Verbraucher kann es sich sogar finanziell lohnen, zu ihnen zu wechseln.

Von Christiane Rathmann, Freiburg

Für die Verbraucher wird es immer leichter, Öko-Strom zu beziehen und damit die Umwelt zu entlasten. 16 bundesweit verfügbare Ökostrom-Angebote listet die aktuelle EcoTopTen-Marktübersicht auf, die jetzt veröffentlicht ist. Hinzu kommen 121 lokale und regionale Angebote. Sie alle erfüllen die strengen EcoTopTen-Kriterien und haben einen wirklichen ökologischen Zusatznutzen.

Das ist der Fall, wenn der angebotene Ökostrom aus neuen Kraftwerken stammt oder ein festgelegter Betrag des Strompreises in den Bau neuer Kraftwerke auf Basis erneuerbare Energien und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen fließt – und zwar über die bestehende staatliche Förderung und insbesondere über das Erneuerbare-Energien-Gesetz hinaus.

  • Die aktualisierten EcoTopTen-Marktübersichten zu Ökostrom finden Sie hier.
  • Die EcoTopTen-Kriterien für Ökostromangebote lesen Sie hier.

 

Wichtige Erkenntnis aus der Liste: „Ein Preisvergleich beim Ökostrom lohnt sich für die Verbraucher“, sagt EcoTopTen-Projektleiterin Dietlinde Quack. So muss ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt beim günstigsten Ökostrom-Anbieter in 2010 jährlich 696 Euro zahlen, wohingegen der teuerste Anbieter 899 Euro jährlich berechnet.
Insgesamt sind die jährlichen Preise für Öko-Strom gegenüber dem Vorjahr jedoch um durchschnittlich 77 Euro für einen zwei Personen- Haushalt gestiegen. Aber auch konventionelle Stromangebote sind teurer geworden: um durchschnittlich 69 Euro im Jahr. Immerhin drei Ökostrom- Angebote in der EcoTopTen-Liste haben ihre Tarife seit 2009 nicht erhöht.

Bedauerlich aus Sicht des Öko-Instituts: Der durchschnittliche Stromverbrauch in deutschen Haushalten ist im Vergleich zu 2007 gestiegen. So hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gerade aktuelle Zahlen für 2009 veröffentlicht. Demnach hat ein durchschnittlicher Ein-Personen-Haushalt 2050 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr verbraucht (2007: 1970), bei einem Zwei-Personen- Haushalt sind es 3440 kWh jährlich (2007: 3210). Auch beim Drei- (2009: 4050 kWh, 2007: 4260) und beim Vier-Personen-Haushalt (2009: 4940 kWh, 2007: 4750) ist der jährliche Stromverbrauch gestiegen. „Für die Umwelt ist der beste Ökostrom der Strom, der gar nicht verbraucht wird“, sagt Öko-Instituts-Wissenschaftlerin Dietlinde Quack.

EcoTopTen ist eine groß angelegte Kampagne für nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt, die das Öko-Institut initiiert hat. In regelmäßigen Abständen empfehlen die WissenschaftlerInnen eine Auswahl an hochwertigen, so genannten EcoTopTen-Produkten, die ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben und aus Umweltsicht allesamt Spitzenprodukte sind. Typische Produkte, die die EcoTopTen- Kriterien nicht erfüllen, werden zum Vergleich vorgestellt. Damit können EcoTopTen-Marktübersichten die Kaufentscheidung für rundum gute Produkte erleichtern. Sie finden sie im Internet auf unter der Rubrik „Produktempfehlungen“. Bis Ende 2010 folgen insgesamt 20 aktuelle Marktübersichten, die nächste zu Autos.

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