08.03.2010 | Alternativer Urlaub

Der Haustausch boomt

Der Wohnungstausch ist eine interessante Alternative für Reiseinteressenten, die gern individuell verreisen, offen gegenüber anderen Personen sind und diese auch gerne in den eigenen vier Wänden willkommen heißen.

Von Davide Brocchi, Köln

Die Begeisterung für den Haus- und Wohnungstausch während den Ferien ist ungebrochen. Die Idee ist simpel: Ich wohne bei dir, während du bei mir wohnst. Auf haustauschferien.com hat sich kürzlich das 32.000. Mitglied eingeschrieben. Haustauschferien ist die deutschsprachige Version von HomeExchange, homeexchange.com, gegründet 1997 in Kalifornien.

Die globale Entwicklung auf den elf verschiedenen Sprachseiten kann sich sehen lassen: Die Mitgliederzahl hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt: Waren es 2007 noch 14.000 Mitglieder, zählt das Portal heute 32.000 Mitglieder aus 130 Ländern. Die USA ist mit über 10.000 Haustausch-Fans nach wie vor Spitzenreiter. Proportional zur Bevölkerung, haben die europäischen Länder aber mittlerweile die Nase vorne: Frankreich (5.000 Mitglieder), Spanien (1.500), Italien (1.300) und Holland (1.000) stehen exemplarisch für diese Entwicklung.

Der deutschsprachige Raum hinkt in absoluten Zahlen zwar etwas hinterher. Deutsche, Österreicher und Schweizer sind aber 2009 auf den Geschmack gekommen: Die Mitgliederzahlen in diesen Ländern haben sich letztes Jahr verdoppelt.
„Ich kann mir keine andere Art des Urlaubs mehr vorstellen“, sagt Maria Sabathy. Die pensionierte Professorin und ihr Ehemann haben ihre Wiener Wohnung in den letzten zehn Jahren 50 Mal mit Menschen aus der ganzen Welt getauscht. „Natürlich muss eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden sein“, sagt Sabathy. Diese kann durch möglichst viele Informationen über die Wohnung und ihre Besitzer sowie Fotos im Internet-Profil hergestellt werden. „Wir haben nie Probleme gehabt. Viele der Tauschpartner sind jetzt unsere Freunde“, sagt sie. Vorteile gegenüber dem konventionellen Urlaub im Hotelzimmer oder Ferienappartement seien nicht nur finanzieller Natur. „Man lernt das Land auch besser kennen, weil sich die meisten Gastgeber sehr gut um einen kümmern. Das bringt viel mehr als ein Reiseleiter, der einen mit ,Schauen Sie links, schauen Sie rechts’ durch die Gegend führt.“

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