28.02.2010 | Tageszeitungsmarkt

Schrumpfende Pressevielfalt in Deutschland (© Jetti Kuhlemann - Pixelio)

Schrumpfende Pressevielfalt in Deutschland

Immer mehr lokale und regionale Tageszeitungen in Deutschland sind gezwungen, ihre Redaktionen zu verkleinern und die überregionale Berichterstattung an größere Zeitungen abzugeben. In den vergangenen zehn Jahren mussten die Zeitungsverlage gravierende Auflagen- und Einnahmeverluste hinnehmen.

Foto: © Jetti Kuhlemann / PIXELIO

Von Peter Wittmann (IfL), Leipzig

Die Verkaufsauflagen der deutschen Tageszeitungen sind seit 1999 um rund ein Fünftel gesunken. Gleichzeitig brachen die Anzeigen- und Werbeeinnahmen ein, sodass viele Verlage ihre Redaktionen verkleinern und zusammenlegen mussten, um rentabel zu bleiben.

Es zeigt sich, dass besonders viele ostdeutsche Tageszeitungen von hohen Auflageverlusten betroffen sind. Auch beim Vergleich der Marktstrukturen werden wesentliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich, die ein Erbe der stark divergierenden Zeitungslandschaften in der DDR und der Bundesrepublik sind. Während im Osten – nach wie vor – wenige Zeitungen mit vergleichsweise großen Verbreitungsregionen den Markt dominieren, teilen sich im Westen viele kleinere, meist miteinander verflochtene Verlage eine Region.

Doch auch die kleinen Lokalblätter verschwinden zusehends vom Markt oder gehen in größeren Zeitungen auf. Vor dem Hintergrund von Langzeitarbeitslosigkeit auf der einen Seite und hoher beruflicher Mobilität auf der anderen Seite wollen sich immer weniger Menschen ein Zeitungsabonnement leisten: Es fehlt entweder am Geld oder an der Zeit, um Zeitung zu konsumieren. Das Interesse der Leser wie Anzeigenkunden verlagert sich zudem immer stärker von den gedruckten Medien auf den Online-Markt. Den Verlagen gehen so nicht nur Vertriebs-, sondern auch Werbeeinnahmen verloren.

„Fast alle Zeitungen in Deutschland haben in der Vergangenheit große finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, von einem Zeitungssterben kann aber dennoch nicht die Rede sein“, sagt Volker Bode vom Leibniz-Institut für Länderkunde. Der überwiegende Teil der Tagespresse trotzt der Krise – und sei es mit Hilfe von Entlassungen, redaktionellen Kooperationen oder Fusionen. Bode hält es jedoch für wahrscheinlich, dass sich die Einsparmaßnahmen der Tageszeitungen negativ auf die Qualität auswirken.

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