01.03.2010 | Entwicklungspolitik

Erdölprojekt im Tschad bringt Elend statt Entwicklung

Die Weltbank hat den Bau einer Erdölpipeline zwischen Tschad und Kamerun gefördert und versprach damit einen Beitrag zur Armutsbekämpfung. In einer neuen Pubblikation wird erklärt, warum das "Modellprojekt" fatal gescheitert ist.

Von Susanne Heinke (BICC), Bonn

In dem neuen Brief der Bonn International Center for Conversion (BICC) mit dem Titel „‚We were promised development and all we got is misery‘ – The Influence of Petroleum on Conflict Dynamics in Chad“ werden die Auswirkungen der Ölförderung auf Konfliktdynamiken im Tschad analysiert. Die Autorinnen Lena Guesnet und Claudia Frank kommen darin zu dem Schluss, dass das Ziel des Weltbank geförderten Projekts, die Entwicklung in dem zentralafrikanischen Staat zu fördern, fatal gescheitert ist.

Die Erdölpipeline zwischen Tschad und Kamerun wurde als Modellprojekt durch die Weltbank unterstützt, die sich dadurch auch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung versprach. Die Dokumentation weist jedoch nach, dass die Einnahmen aus der Erdölförderung nur unzureichend in Entwicklungssektoren wie Gesundheit und Bildung investiert werden. Die in der Förderregion lebende Bevölkerung im südlichen Tschad leidet unter produktionsbedingten Umweltschäden. Für ihre verschlechterten Lebensbedingungen erhält sie nur unzureichende Entschädigungen.

Lena Guesnet und Claudia Frank analysieren nicht nur, wie die Öleinnahmen Konfliktpotentiale auf lokaler Ebene rund um die Förderstätten beeinflussen und wie sie Gewaltkonflikte direkt finanzieren, sondern hinterfragt auch, welche Auseinandersetzungen rund um die Verwaltung der Einnahmen entstehen. Darüber hinaus geht ihre Analyse auch auf aktuelle Produktionserweiterungen im Ölsektor und die Rolle der staatlichen chinesischen Ölfirma CNPC dabei ein.

Schließlich hinterfragt die Studie, wie die Erdölförderung das regionale Konfliktsystem zwischen dem Tschad, dem Sudan und der Zentralafrikanischen Republik beeinflusst hat.

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