29.03.2010 | Energiepolitik

Union prüft 60 Jahre Laufzeit für Atomkraftwerke

Das atomfreundliche Lager in der Union hat sich offenbar gegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) durchgesetzt. Die Bundesregierung erwägt eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke (AKW).

Von Helmut Röscheisen (DNR), Bonn

Nach dem offensichtlichen Beschluss des Vorstandes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Laufzeiten von Atomkraftwerken auf 60 Jahre zu verlängern, warnte der Präsident des Deutschen Naturschutzringes (DNR) Hubert Weinzierl die Bundesregierung vor einer erneuten Spaltung der Gesellschaft. „Es geht nicht, von der Bewahrung der Schöpfung zu sprechen und gleichzeitig auf die Atomkraft zu setzen. Die Union ist dabei, die Zukunft unseres Landes zu verspielen. Unbestritten hängt die wirtschaftliche Stärke eines Landes davon ab, ob es auf den ökologischen Märkten voran geht und eine Pionierrolle übernimmt. Doch die Union will jetzt ein Stoppzeichen für eine gute Zukunft,“ sagte Hubert Weinzierl.

Nach Ansicht des DNR hat die Spitze der Unionsfraktion sich entschieden: Sie will eine Dinosauriertechnologie retten, die ihre Zukunft schon lange hinter sich hat. Mit der Forderung, dass Atomkraftwerke 60 Jahre laufen sollen, werden Innovationen blockiert und Beschäftigungschancen verspielt. Die Lobbyisten der Atomwirtschaft hätten ganze Arbeit geleistet.

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